Das Pflanzendach – unser Wasserreiniger

25. November 2017

Am Vormittag habe ich mir mit einem Stapler zwei grosse, weisse Bigbags auf einen Lieferwagen laden lassen. Der eine ist gefüllt mit dem Substrat, welches als Nährboden für die Pflanzen auf unserem Gründach dienen wird. Der andere Sack ist halb voll mit Rundkies für die Abschlüsse rund herum. Ganz schön viel Gewicht, das da irgendwie auf unser Dach muss. Schnell wird ein Plan ausgeheckt und umgesetzt: Der “Lader” füllt Kessel für Kessel mit dem Material, der “Läufer” übernimmt, balanciert damit die Rampe hoch und übergibt oben ans “Dachteam”. Dieses verteilt Substrat und Rundkies gleichmässig auf dem Dach. Da sind die vielen Hände Gold wert!

Grossätti, der “Lader”, beim Materialdepot.

 

Die bewährte, aber nicht ganz suva-konforme Aufstiegsrampe für den “Läufer”.

 

Das “Dachteam” mit den geschickten Händen: Lea und Kevin.

 

Wir haben uns entschieden, trotz frostigen Temperaturen und Schnee das Material bereits auf das Dach der Wagenloft zu bringen und zu verteilen. So kann es sich bis im Frühjahr unter dem Schnee setzen. Wenn die Tage wieder wärmer werden, wird eine Samenmischung ausgebracht, welche dann langsam aber stetig zu einem Pflanzenpolster heranwächst. Diese speziellen Pflanzen haben die Fähigkeit, viel Wasser aufzunehmen, es zu filtern und zu reinigen. Unser Brauchwasser aus Dusche, Küche und Waschbecken wird nach einer Reise durch einen 3-Kammer-Tank aufs Dach gepumpt und über die ganze Gründachfläche fein verteilt. Dort fliesst es durchs Wurzelwerk oder wird von den Pflanze aufgenommen. Was übrig bleibt, wird in der Dachentwässerung gesammelt und kann versickern. Dank unseres Kompost-WC’s gelangen weder Fäkalien noch Urin ins System. Sie werden getrennt gesammelt und separat entsorgt.

Das einfache und natürliche Pflanzendach-Prinzip erfüllt unseren Nachhaltigkeitsanspruch und ist vielfach bewährt. Nun hoffen wir, dass es auch in unseren alpinen Klima- und Wetterverhältnissen problemlos funktioniert. Ein weiteres Stück Pionierarbeit 🙂 …

Saubere Arbeit. Fachmännisch verteiltes Substrat, umgeben vom Rundkies. Unten rechts das Rohr für die Wasserverteilung.

 

Bereits am Nachmittag, als wir bei wärmendem Cheli und feinem Kuchen in der Küche sitzen, setzt starker Schneefall ein und deckt unser Werk mit einer dicken, weissen Decke zu. Das Timing war also perfekt. Danke Grossätti, Lea und Kevin für euren Einsatz bei Wind, Kälte und Nässe!!